DSOL Runde 3 – Spannung pur

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Maxim drehte eine schon verloren geglaubte Partie am Ende noch und rettete SKK IV damit ein Unentschieden.

In der dritten Runde der DSOL waren „Auswärtsspiele“ angesagt. Auch wenn das online keinen großen Unterschied in Sachen Reisedauer oder Umfeld macht, bedeutet es zumindest, dass die Kelheimer Mannschaften nicht an ihren regulären Spieltagen an der Reihe waren. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, an jedem Tag gab es in dieser Woche eine andere SKK-Mannschaft zum Mitfiebern.

Den Anfang machte am Dienstag SKK IV gegen SV Königsbrück II, wo am Ende ein 2-2-Unentschieden heraussprang; wie schon in Runde 1 und 2. Gähn? Mitnichten, denn es kam nicht durch zögerliche Remis zustande, sondern war geprägt von Aufs und Abs und unerwarteten Wendungen. Abermals saßen Konny, Arthur, Maxim und Leo an den virtuellen Brettern, das dedizierte Brett 1 erneut als Aushilfe in der 2. Mannschaft eingeteilt. Mit knapp 40 Minuten auf der Uhr musste Leo als erster die Segel streichen. Ein übersehenes en passant ließ die Partie den Bach hinunter gehen.

Kurze Zeit später gab Arthur auf, nachdem er mit einem einzelnen Turm die vier (!) heranstürmenden verbundenen Freibauern am Damenflügel wohl nicht gehalten hätte, während sich seine am „Bauernbollwerk“ vor dem gegnerischen König festgefahren hatten. Es stand also bereits 0-2, der Abend schien gelaufen.

Konny auf Brett 1 hatte früh einen Vorteil und spielte den Großteil der Partie mit zwei Damen. Dennoch zog sie sich wie Kaugummi, da der Gegner es verstand sich einzuigeln; und mit nach wie vor zwei gegnerischen Springern im Spiel war trotz großem Bewertungsvorsprung Obacht angesagt, nicht „aufgegabelt“ zu werden. Doch am Ende sollte es für den Sieg reichen, zum dritten Mal in drei Spielen. Stark.

Fehlte noch Maxim. Bei einem Schwarzspieler der eigenen Mannschaft verbreiten Bewertungen von +3 bis +6 keine Euphorie auf der Zuschauer-Couch, doch er gab sich nicht geschlagen und spielte konzentriert weiter – bis der Gegner einen Fehler machte. Aus +5 wurden in einem Augenblick -6 und Maxim ließ sich nicht zweimal bitten. Ein paar Züge später war die schon verloren scheinende Partie in trockenen Tüchern und SKK IV holte das dritte Unentschieden im dritten Spiel.

Am Mittwoch war SKK III gegen den TuS Coswig an der Reihe. Verglichen mit den Vorwochen zeigte sich die Aufstellung deutlich verändert. Es fehlte Michael W. an Brett 1, weshalb die übrigen Spieler aufrücken mussten. Leon, Robin, Anton und Michi G. saßen diesmal an den virtuellen Tischen.

Zunächst schien es so, als würde die Siegesserie der 3. Mannschaft weitergehen. Sie war die einzige Kelheimer Mannschaft, die bisher nur gewonnen hat; kein Remis, keine Niederlage. Nach relativ kurzer Zeit hatte Michi seinen Gegner auf Brett 4 dort wo er ihn haben wollte und jener gab auf. Dann kam jedoch der erste Gegenpendler auf Brett 1. Nachdem Leon und sein Kontrahent lange praktisch nur Engine-Züge gespielt hatten, gelang es dem Gegner ab dem 16. Zug herum sich peu à peu einen Vorteil zu erarbeiten, sodass Leon nach dem 29. Zug keine Perspektive mehr sah und aufgab. 1-1.

Einen mitreißenden Kampf führte Anton auf Brett 3. Trotz Materialnachteil im Endspiel hatte er seinen Kontrahenten einige aufreibende Minuten lang einen Zug vor Matt. Der Gegner agierte aber so geschickt mit Zwischenschachs, dass Anton nicht exekutieren konnte. Nach langem Hin und Her konnte der Gegner letztlich seinen Freibauern umwandeln, sich mit dem König aus der „Matt-in-1-Ecke“ befreien und Anton gab auf. 1-2 aus Kelheimer Sicht.

Alle Hoffnungen, wenigstens noch ein Unentschieden zu retten, ruhten nun auf Robin. Der hatte sich relativ früh einen Rückstand eingefangen, kämpfte sich jedoch im Laufe der Partie zurück und hetzte kurz vor Schluss in ausgeglichener Stellung den gegnerischen König von einem Schach ins nächste quer übers Brett. Leider wurde er bei dieser Jagd von der gegnerischen Dame erwischt. Somit musste SKK III mit 1-3 seine erste Niederlage – die erste Niederlage einer Kelheimer Mannschaft überhaupt in der DSOL 2022 – hinnehmen.

Am Donnerstag war die 1. Mannschaft gegen das Schachforum Darmstadt an der Reihe. Hier gibt es die Besonderheit, dass die 1. Runde wegen technischer Probleme verschoben werden musste. SKK 1 hat also ein Spiel weniger auf der Uhr als die übrigen Mannschaften, weshalb die Tabelle so lange verzerrt ist bis das Spiel Ende März nachgeholt sein wird.

An den Brettern saßen an diesem Tag Johannes N., Benedikt, Arne und Aaron. Einen Punkt erhielt das Team quasi geschenkt, denn Johannes Gegner spielte nicht. Entweder kam er nicht in die Partie, wie es auch unseren Spielern schon passiert ist, oder er war nicht da. Wie auch immer: 1-0 aus Kelheimer Sicht hieß es somit vom Start weg.

Ein weiterer halber Punkt kam hinzu, als Arne mit seinem Gegner in ein Remis stolperte. Es gab bereits ein paar Minuten zuvor zwei Stellungswiederholungen, sodass ein Remis schon in der Luft lag. Direkte Remis-Angebote gab es – jedenfalls soweit von der „Zuschauertribüne“ zu erkennen – nicht, aber als die selbe Stellung wenig später das dritte Mal aufs Brett kam, war das Spiel zu Ende. 1,5-0,5. Aaron und Benedikt spielten ebenso lange wie souverän und ließen nichts mehr anbrennen. So ging die Runde deutlich mit 3,5-0,5 für Kelheim aus.

Am Freitag war nach einer Marathon-Woche letztlich die 2. Mannschaft gegen SF Seelscheid I an der Reihe, diesmal mit Floh, Moritz, Peter und Leni an den Brettern. Moritz an Brett 2 spielt sich früh Vorteile heraus und war der erste, der seine Partie zu Ende brachte; siegreich.

Etwas verzwickter war es bei Peter. Gefühlt war in seiner Stellung noch die komplette Besatzung an Figuren an Bord, alles gedeckt und die Stellung komplett ausgeglichen. Nach einer dreifachen Stellungswiederholung war das Remis unausweichlich.

An Brett 4 kam Leni relativ mau aus der Eröffnung, musste sich früh in die Defensive drängen lassen, spielte allerdings konzentriert Zug um Zug und stand ab ca. Halbzeit der Partie zunehmend besser. Bei Wertung +7,5 hatte der Gegner genug und gab auf. Damit stand es bereits 2,5-0,5 aus Kelheimer Sicht und der Sieg war nicht mehr zu nehmen.

Allerdings hatte Floh an Brett 1 noch ein Hühnchen mit seinem Kontrahenten zu rupfen. Der hatte ihn ziemlich zu Beginn mit einem unerwarteten Angriff auf den g-Bauern und in der Folge dem Verlust des Turms auf dem Königsflügel kurzzeitig aus dem Konzept gebracht. Ein paar Züge vor Schluss hatte er sich jedoch wieder in eine ausgeglichene Stellung zurück gekämpft – und hätte auch Remis anbieten können, da Leni zu dem Zeitpunkt bereits fertig war und der Mannschaftssieg feststand. Aber nun wollte Floh es wohl wissen. Jetzt machte der Gegner unter Zeitnot Fehler und gab schließlich auf. Mit einem Endstand von 3,5-0,5 stand nicht nur der Rundensieg fest, er bedeutete auch die Tabellenführung in Gruppe 8B.

Tabellenstände nach Runde 3

Obacht: Kelheim I und Herforder SV haben wegen einer verschobenen Begegnung je ein Spiel weniger.

Dazu gab es auch einen Zeitungsartikel: Kelheimer Klub mischt weiter vorne mit (MZ 28.02.2022)