1. Runde am 05. Oktober 2025 gegen SC Erbendorf
Am 05.10.2025 stand für den SK Kelheim die Hauptrunde im Viererpokal beim SC Erbendorf auf dem Programm – verbunden mit einer weiten Anfahrt und einem frühen Spielbeginn um 9:00 Uhr. Auf dem Papier gingen die Kelheimer in der Aufstellung Sebastian Piehler, Johannes Najjar, Peter Hahn und Johannes Obermeier als Favorit ins Rennen: Mit einem DWZ-Schnitt von 1863 gegenüber 1686 lag die Favoritenrolle klar beim SKK. Dennoch mahnte Joshi vor dem Wettkampf zur Vorsicht – man solle niemanden unterschätzen und vor allem „solides Schach“ spielen.
Ein Vorsatz, der sich bereits nach wenigen Minuten als schwerer einzuhalten erwies als gedacht. Ausgerechnet Joshi selbst geriet mit den schwarzen Steinen früh in große Schwierigkeiten. So stand er nach kaum fünf Minuten objektiv bereits auf Verlust. In einer Partie, die schnell taktisch aus dem Ruder lief, blieb ihm nichts anderes übrig, als konsequent auf Komplikationen zu setzen.
Am Spitzenbrett zeigte Sebastian eine deutlich ruhigere, dafür umso reifere Leistung. Er nahm die Mahnung vor dem Match ernst und spielte eine lehrbuchhafte positionelle Partie. Schritt für Schritt verbesserte er seine Stellung, kontrollierte das Zentrum und ließ dem Gegner kaum Gegenspiel. Am Ende zahlte sich die geduldige Herangehensweise aus – der erste Punkt für Kelheim war verdient.
Mit zunehmender Spieldauer wurde an Brett 2 weiter Öl ins Feuer gegossen, beide Seiten erlaubten sich Ungenauigkeiten – und plötzlich wendete sich das Blatt.

Peter sah sich an Brett drei einem nominell stärkeren Gegner gegenüber und spielte mutig auf Angriff, übernahm die Initiative und setzte seinen Gegner zunehmend unter Druck. In einer sehenswerten Partie gelang es ihm, den Angriff konsequent zu Ende zu führen und den vollen Punkt zu sichern.
Auch an Brett 4 lief es aus Kelheimer Sicht nach Plan. Johannes konnte einen Fehler seines Gegners im Endspiel bestrafen und gewann.
Unterm Strich stand ein völlig verdienter 4:0 Pflichtsieg in Erbendorf.

Achtelfinale am 11. Januar 2026 gegen TSV Nittenau
Auch im Achtelfinale Viererpokals ging Kelheim als klarer Favorit in das Duell gegen Nittenau. In der Aufstellung Florian Gold, Johannes Najjar, Johannes Obermeier und Boris Bondarenko war der nominelle Abstand zum Gegner sogar noch höher als die Runde davor.
An Brett 1 war aus taktischen Gründen der größte Unterschied zwischen den Kontrahenten. Zwar hielt sich der Nittenauer wacker bis in ein schlechteres Turmendspiel. Dieses konnte er allerdings nicht mehr verteidigen, sodass sich Floh am Ende durchsetzte.
An Brett 2 verlief die Partie zunächst weniger eindeutig, als es die DWZ-Differenz vermuten ließ. Joshi kam zwar gut aus der Eröffnung und erreichte eine angenehme Stellung, doch ein klarer Vorteil war zunächst nicht in Sicht. Erst eine Ungenauigkeit seines Gegners brachte die Wende: Die Stellung öffnete sich, und der gegnerische König geriet zunehmend ins Kreuzfeuer. In der Folge ließ sich der Angriff nicht mehr verteidigen, und Kelheim baute die Führung weiter aus.
Die spannendste Partie des Tages spielte sich an Brett 3 ab. Johannes geriet früh ins Hintertreffen und musste sogar Material einbüßen. Doch anstatt die Partie vorschnell abzuschreiben, zeigte er große Moral und kämpfte sich Zug um Zug zurück. Mit zunehmender Spieldauer häuften sich die Ungenauigkeiten seines Gegners, und in einer zunehmend unübersichtlichen Stellung gelang es Johannes schließlich, das Blatt vollständig zu wenden und den vollen Punkt zu sichern – ein Sieg, der vor allem durch Kampfgeist beeindruckte.
An Brett 4 bestätigte Boris seine gute Form. Bereits aus der Eröffnung heraus erspielte er sich eine bessere Stellung und setzte seinen Gegner kontinuierlich unter Druck. Da dieser nicht die genaueste Verteidigung fand, konnte er schrittweise Material gewinnen und die Partie technisch sauber verwerten.
Mit einem klaren 4:0-Erfolg zog der SK Kelheim souverän in die nächste Runde ein.

Viertelfinale des Viererpokals am 15. März 2026 gegen SC Windischeschenbach
Mit dem SC Windischeschenbach kam der erste Gegner, der auch in der Liga auf bayerischer Ebene spielt und damit auch eine dementsprechend starke Mannschaft zu Besuch. Trotz parallel stattfindender bayerischer Blitzmannschaftsmeisterschaft im Dormero Hotel galt es also eine starke Mannschaft ans Brett zu bringen. Mit Florian Gold, Bernhard Schmid, Stephan Giesßmann und Johannes Najjar war die Spielersuche schon mal erfolgreich. Allerdings war hier die Favoritenrolle nicht mehr so klar, wie in den Runden davor.
Der Schlüssel zum Mannschaftssieg lag bei Bernhard. Er kam in eine Eröffnung, die er bestens kennt und in der er eine Überraschung vorbereitet hatte. Sein Gegner hatte die Variante offenbar nicht erwartet, sodass sich die Stellung schnell zu seinen Gunsten entwickelte.
Floh bemerkte das und entschied sich schnell für ein stellungsgemäßes Remisangebot, das überraschend angenommen wurde.
Auch Joshi überzeugte sich von der vielversprechenden Stellung an Brett 2 und lies durch gezielten Abtausch die Partie verflachen und erzwang so ein Remis. Kurz darauf verwertete Bernhard seinen Vorteil souverän zum vollen Punkt. Damit hatte Kelheim schon 2 Punkte und im Falle eines Unentschiedens die Berliner Wertung gewonnen.
An Brett 3 hatte Giesi seinen Gegner zunehmend unter Druck gesetzt und stand klar besser. Da der Mannschaftssieg allerdings schon feststand, entschied er sich die Partie nicht unnötig in die Länge zu ziehen und vereinbarte in aussichtsreicher Stellung Remis.
Am Ende stand ein 2½ : 1½-Erfolg für den SK Kelheim zu Buche. Besonders bemerkenswert war dabei, wie stark sich die Partien gegenseitig beeinflussten: Strategische Entscheidungen, abgestimmt auf den Mannschaftsstand und die Berliner Wertung, führten zu einem geschlossenen und reifen Auftritt.

Halbfinale am 19. April 2026 gegen TSV Kareth-Lappersdorf
Im Halbfinale wartete dann mit dem TSV Kareth-Lappersdorf ein harter Brocken. Wir konnten mit Florian Gold, Stephan Gießmann, Helmut Kreuzer und Sebastian Piehler eine gute Mannschaft ins Rennen schicken. Allerdings waren wir mit gut 100 DWZ weniger im Durchschnitt der nominelle Underdog.
In der Praxis sah das allerdings schnell anders aus, da sowohl Sebastian als auch Floh ziemlich früh deutlich bessere Stellungen hatten.
Nach einem schnellen Remis von Giesi kam dann aber Helmut unter Druck und Floh konnte seine bessere Stellung nicht verwerten, sodass auch hier nur ein Remis zu Buche stand.
Danach brachte Sebastian den Vorteil aus der Eröffnung über die Ziellinie, sodass wir mit 2:1 in Führung gingen.
Allerdings musste für den Mannschaftssieg noch mindestens ein Remis von Helmut in deutlich schlechterer Stellung her. Da im Falle von einem 2:2 die Berliner Wertung für Lappersdorf entschieden hätte. Obwohl die Stellung zwischendrin schon sehr hoffnungslos aussah, hat er es irgendwie nach einem lagen fünfstündigen Kampf geschafft.
Somit stand ein 2,5:1,5 Sieg und damit die Finalteilnahme zu Buche. Gleichzeitig hatten wir mit diesem Sieg die Qualifikation für den bayerischen Viererpokal sicher, da hier beide Finalteilnehmer mitspielen dürfen.

Finale am 7. Juni 2026 gegen SC Bavaria Regensburg
Das Finale stieg dann am Sonntag in Regensburg gegen Bavaria. Auch hier konnten wir mit Bernhard Schmid, Florian Gold, Stephan Gießmann und Sebastian Piehler eine gute Mannschaft ins Rennen schicken. Allerdings hatte Bavaria im Halbfinale mit einem DWZ-Schnitt von fast 2300 gespielt, sodass wir uns hier im Vorfeld nur wenig Chancen eingeräumt haben. Doch am Finale hatten sie scheinbar nicht so viel Interesse und dementsprechend durften auf den hinteren Brettern zwei motivierte Jugendspieler ran. Auf den vorderen zwei Brettern sah die Sache allerdings nicht so rosig aus. Wegen der Berliner Wertung musste hier allerdings mindestens ein halber Punkt gegen nominell deutlich bessere Gegner her.
Tatsächlich konnte Giesi seinen Gegner überspielen und Bernhard trotzte der Nationalspielerin WGM Jana Schneider ein Remis ab, sodass schnell eine 1,5:0,5 Führung zu Buche Stand.
Allerdings hatte Floh in einer deutlich schlechteren Stellung noch viel Verteidigungsaufwand vor sich und auch bei Sebastian sah es nach nicht mehr als einem Remis aus.
Nach der Zeitnotphase mit vielen Fehlern auf beiden Seiten landete Flohs Partie schließlich in einem remisen Turmendspiel, das er ohne Probleme zusammenhielt. Wegen der Berliner Wertung stand damit der Gesamtsieg schon fest.
Sebastian hatte allerdings ein Remis abgelehnt und krampfhaft auf Gewinn gespielt, da es bei Floh lange schlecht aussah. Dies fiel im dann leider auf die Füße. Er wehrte sich noch mit Händen und Füßen im schlechteren Endspiel, aber nach fünfeinhalb Studen musste er die Segel streichen.
Trotzdem steht am Ende ein starker 2:2 Sieg nach Berliner Wertung und damit der Sieg des oberpfälzer Viererpokals.

Für den bayerischen Viererpokal hatte man sich bereits eine Runde davor qualifiziert, hier gab es ein Freilos in der ersten Runde. Das Viertelfinale steigt am 28.06.
Die Texte zum Halbfinale und Finale stammen von Florian Gold. Wer die einzelnen Ergebnisse nachlesen möchte findet sie hier.


