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Fünf Pokale und Dreifach-Podium auf der OSEM 2026

Als Ausrichter darf in diesem Jahr der SV Oberviechtachso wie im letzten Jahr der SK Schwandorf – alle Bezirksmeisterschaften der laufenden Saison bei sich austragen. Am vergangenen Wochenende wurde dort mit der Oberpfälzer Schach-Einzelmeisterschaft (OSEM) einer der Saisonhöhepunkte auf Bezirksebene ausgetragen. Insgesamt 109 Akteure aus den Oberpfälzer Vereinen stellten sich dem Wettkampf. Der SK Kelheim war mit 20 Teilnehmern in den vier Spielstärkegruppen („Meisterklassen“) am Start. Eigentlich waren es 21 Kelheimer, wenn man Simon Pernpeintner mit dazurechnet, der sich in gewohnt souveräner Manier um die gesamte Leitung des Turniers kümmerte.

Da das Kelheim-Foto diesmal erst am Abend nach der Siegerehrung geschossen wurde, sind dort leider nicht mehr alle Teilnehmer des SKK vertreten gewesen. Was besonders schön war: Neben Joshi und Roland wagte sich in diesem Jahr auch Jürgen Frikel als Spieler-Papa an die Bretter. Hauptschiedsrichter Simon Pernpeintner verhängte aus Anti-Cheating-Gründen während den Runden ein absolutes Handyverbot im Turniersaal, einige Fotos der Kids und Erwachsenen sind uns dank normaler Kamera dennoch gelungen 😉.

Meisterklasse M4 – Diesmal ohne Podiumsplätze der Jugend

In der M4 bis 1200 DWZ, die wie üblich als kompaktes Wochenendturnier über sechs Runden ausgetragen wurde, war der SK Kelheim mit drei Spielern vertreten. Letztes Jahr noch mit dem Vierfach-Podium, nahm ein Teil dieser Spieler das erspielte Aufstiegsrecht wahr und ging eine Klasse höher an den Start.

In diesem Jahr waren Jeremias Karl, Simon Schertl und Jürgen Frikel mit dabei und versuchten ihr bestes, um an die sensationellen Ergebnisse des letzten Jahres anzuknüpfen. Leider war unser Fotograf erst am Montag zu Gast, da war die M4 bereits wieder zu Ende gegangen und so konnten die M4-Spieler nicht am Brett abgelichtet werden. Hier leistet zum Glück das Archiv Abhilfe, beim nächsten Mal gibt´s dann wieder aktuelle Fotos.

Jeremias erwischte einen besseren zweiten Tag, als es der erste war, er konnte im Schlussspurt 2,5 Punkte sammeln und kam somit auf insgesamt 3,5 Zähler nach sechs gespielten Runden. In der Endwertung ergab das den 11. Platz, am Ende ein gutes Ergebnis, wobei er auch in der Vergangenheit bereits zeigen konnte, was für ein Potential er nach oben hin noch hat.

Simon, der im Turnierschach noch absoluter Neuling ist, konnte bereits seine gute Entwicklung an den Tag legen, spielte teils sehr gute Partien und kam mit 3 Zählern über die Ziellinie. Damit landete er genau einen Platz hinter Vereinskollege Jeremias und zeigte sich nach der letzten Runde zufrieden mit der gezeigten Leistung im Turnier.

Das Trio komplettierte Jürgen, der als Hauptfunktion als Betreuer und Papa für Konsti mit nach Oberviechtach gereist war. Um nicht vier Tage lang die Zeit aussitzen zu müssen, entschied er sich am Vorabend kurzerhand auch selber ans Brett zu gehen und sein Wissen zu testen. Von Setzlistenplatz 19 aus spielte er im Teilnehmerfeld gut mit, konnte ebenfalls drei Punkte erzielen und schloss das Kelheimer Trio mit Platz 12 ab.

Meisterklasse M3 – Triple-Podium, M4 Aufsteiger kämpfen

In der Meisterklasse M3 bis 1600 DWZ, die wie die M1 und M2 über acht Runden an vier Tagen ausgetragen wurde, stellte Kelheim mit siebenTeilnehmern das größte Kontingent: Anton Kliegl, Leonhard Dauerer, Konstantin Frikel, Maximilian Buchhammer, Roland Neumeier und die beiden M4-Aufsteiger Fabian Ticala und Anton Najjar.

Bis zur letzten Runde war noch nichts entschieden, jeder der Spitzenspieler konnte bei entsprechenden Ergebnissen aller Kontrahenten sogar noch komplett vom Podium verdrängt werden. Konsti musste in Runde drei eine Niederlage gefolgt von einem Remis hinnehmen, wonach er etwas den Anschluss nach oben verlor. Die restlichen Runden fand er zu seiner besten Form zurück sammelte Sieg über Sieg, selbst mit der letzten Runde zeigte er keine Nerven und holte sich mit einem Sieg und 6,5/8 Zählern den Oberpfalzmeistertitel in der M3. Nebenbei bedeutet dieser Erfolg einen erneuten Riesensprung seiner DWZ-Zahl um satte 112 Punkte!

Auch bei Leonhard und Max lief das Turnier wie am Schnürchen, beide mussten ebenfalls je eine Niederlage akzeptieren und spielten zwei- bzw. dreimal Remis. Hier stand in der letzten Runde ebenfalls noch das Podium auf dem Spiel, ein weiteres Remis hätte unter Umständen noch den sicher geglaubten Platz gekostet. Aber auch die beiden behielten stark die Nerven, zeigten zwei schöne Partien und sicherten sich Platz 2 und 3 hinter Konsti. Leonhard verbessert sich damit um gute 70 Punkte, auch für Max gibt es ein sattes plus von genau 100 DWZ!

Herzlichen Glückwunsch an Konsti, Leonhard und Max!

Aber damit noch nicht genug, gibt ja schließlich noch einige Spieler mehr, die bei diesem riesigen Erfolg nicht unter die Räder fallen sollen. Im Mittelfeld auf Platz 17 fand sich schließlich Roland wieder, der in der ersten Turnierhälfte scheinbar noch nicht ganz auf Betriebstemperatur war. Hätten wir nur die letzten zwei Tage gespielt, hätte er sensationelle 3,5/4 Zähler geholt, so waren es dann 4/8 Punkten. Knapp dahinter lief Anton K. in den Hafen ein, er fand nicht so wirklich seinen Rhythmus, spielte nach einem Remis am Anfang immer im Wechsel Sieg und Verlust. Sein Konto beläuft sich damit auf 3,5/8 möglichen Zählern und dem 20. Platz.

Damit sind wir bei unseren beiden Aufsteigern aus dem letzten Jahr angekommen, Fabian und Anton N. hatten natürlich jetzt deutlich härtere Brocken vor der Brust, als noch im Vorjahr. Auf die längere Dauer und Bedenkzeit dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Die Herausforderung meisterten beide sehr gut, Fabian konnte über den Turnierverlauf 2/8 Punkte sammeln, Anton knapp dahinter mit 1,5/8 Punkten. Insgesamt belegten sie damit zwar die Plätze 25 und 26 aber die beiden Nachwuchsspieler haben sicher einiges an Erfahrung und Wissen für die nächsten Partien und Turniere sammeln können. Wir sind gespannt, wie weit euch die nächsten Jahre bringen werden.

Damit feiert der SK Kelheim eine Wiederauflage des „Triple-Podiums“, nur diesmal noch eine Klasse höher. Bereits jetzt steht die Frage im Raum, ob dieser Trend auch im nächsten Jahr dann in der M2 fortgesetzt werden kann 😉. Mal schauen…

Kleine Randnotiz: Das Gesamtalter der drei beträgt gerade einmal 37 Jahre. Mehr als die Hälfte aller M1 – M3 Spieler ist bereits alleine älter!

Meisterklasse M2 – Schöne Erfolge Zwei Titel für Kelheim

Auch in der zweithöchsten Klasse (1600-1900 DWZ) der OSEM hatte der SKK ebenfalls sieben Teilnehmer im Rennen. Boris Bondarenko, Eva Engl, Johannes Dombert, Arthur Sitnik, Marcus Reimann, Robin Lindner und Alexander Pickl (Aufsteiger M3) hielten hier die SKK-Flagge hoch.

Bis zum letzten Turniertag sah es auch hier gut aus mit einem Podiumsplatz, fast in jeder Runde war bis zu dem Zeitpunkt immer ein Kelheimer am ersten Brett vertreten. Soweit die Hoffnungen, oben mitspielen zu können, wenn da nicht die letzten beiden Runden gewesen wären…

Das beste Kelheimer Ergebnis erzielte am Ende Boris, der aufgrund einiger Remisen im Vorlauf nur im Mittelfeld agierte. Zwei Siege am letzten Tag verbesserten seine Bilanz zwar noch auf 5/8 Punkte, allerdings reichte dies trotzdem nicht mehr, um sich ganz nach vorne zu arbeiten, es wurde schließlich ein guter 9. Platz für ihn.

Knapp dahinter beendet Marcus ein überragendes Turnier für sich, in der Setzliste „nur“ auf Platz 24 gelistet, war er von Anfang an da und spielte sehr starke Partien. Zwei Siege und fünf Remisen brachten ihm konstant immer einen Platz in der Spitzengruppe ein. Mit einem Sieg in der letzten Runde hätte er seinen Lauf gebührend zu Ende bringen können, hatte sogar noch Chancen auf den Vizetitel. Leider musste er die Partie (ausgerechnet gegen Vereinskamerad Boris) allerdings abgeben und verlor im Vergleich zu den Kontrahenten etwas an Boden, landete damit auf Platz 11. Das ist immer noch eine Verbesserung um 13 Plätze nach vorne und ein plus von über 60 DWZ!

Ein Turnier genau auf seinem Level spielte Johannes, gestartet auf Rang 12 spielte er ebenso wie Boris konstant solide Partien, schaffte es neben zwei Siegen leider nicht, weitere Partien zu gewinnen und spielte bis auf einen Ausrutscher nur Remisen. Seine 4,5/8 Punkte reichen am Ende für den 13. Platz und somit genau dem Soll, wenn man rein die Startrangliste in Betracht zieht.

Genau das selbe trifft unter dem Strich auch für Arthur zu, er startete drei Plätze hinter Johannes ins Turnier. Auch er war zur Mitte des Turniers auf den Top-Brettern unterwegs, er streute in der zweiten Hälfte allerdings zu viele Niederlagen ein, was ihm deutlich den Schwung aus den Segeln nahm. Mit einem Sieg in der letzten Runde konnte er noch halbwegs Schadensbegrenzung betreiben und holte mit 4/8 Zählern den 16. Platz in der Tabelle.

Bleiben noch drei Kelheimer in der M2 übrig, Eva startete auf einem aussichtsreichen sechsten Platz der Setzliste ins Turnier und konnte sich gute Hoffnungen machen, auch nach ganz oben mitspielen zu können. Dafür erwischte sie leider nicht die optimalen vier Tage und konnte nur vereinzelt das Niveau aufs Brett bringen, was sie im Petto hat. Am Ende blieb der Punktestand bei 3,5/8 Zählern und Platz 21 stehen.

Für mich selbst ein sehr erfolgreiches Turnier, zusammen mit Alex als die beiden letzten Spieler im Feld gesetzt, betrug der Unterschied zum stärksten Spieler der Gruppe fast 300 DWZ-Punkte. Alles zwischendrin hatte zahlenmäßig auch einen nominellen Vorteil. Und so gab es vorab natürlich wenig Druck, jeder Erfolg tut in so einer Situation natürlich doppelt gut. Mit zwei Siegen und zwei Remis stand der Zähler für mich bei 3/8, womit ich selber voll zufrieden bin. Auch die anderen Partien hatte ich gute Chancen, fand nur nicht die richtigen Fortsetzungen. So wurde es in der Endabrechnung ein sehr erfreulicher 25. Platz.

Alex startete bereits angeschlagen ins Turnier, konnte entsprechend auch leider nicht seine 100% abrufen und musste sich zum Ende des dritten Tages mit nur einem Sieg und zwei Remis zufrieden geben. Für die letzten beiden Runden entschied er sich bereits am Montagabend krankheitsbedingt abzureisen, eine gute Konzentration am letzten Tag wäre schlichtweg nicht mehr möglich gewesen. Gute Besserung an dieser Stelle!

Meisterklasse 1 – Überragende Performance der Jugend

In der Meisterklasse M1 der spielstärksten Akteure des Bezirks (über 1900 DWZ) war der SK Kelheim wie auch im letzten Jahr mit drei Startern vertreten: Moritz Ramming, Johannes Najjar, Valentina Neumeier hieß das Aufgebot.

In Sachen Titel stellte sich das Bild nicht so deutlich dar, wie im letzten Jahr – Lennart Uphoff marschierte damals mit 8/8 Punkten ohne mit der Wimper zu zucken durch das Turnier. Diese Dominanz schien ihm in diesem Jahr etwas abhanden gekommen zu sein, bereits in Runde zwei konnte Moritz ihm einen halben Punkt abtrotzen. Insgesamt sollte es – bis auf die letzte Runde – die einzige Punkteteilung bleiben, dort reichte ihm der halbe Punkt bereits sicher, um den Titel bereits zum zweiten Mal in Folge verteidigen zu können. Drei Mal in Folge den Titel zu holen, hatte vor ihm in der SVO-Historie noch kein anderer geschafft. Die Statistik wird bereits seit 1952 fortlaufend geführt.

Auch Moritz gelang das Kunststück, über alle Runden ungeschlagen zu bleiben, allerdings spielte er einmal mehr als der spätere Oberpfalzmeister unentschieden. Mit fünf Siegen und drei Remis bestätigte er seinen aktuellen Aufwärtstrend aus den vergangenen Turnieren und holte mit 6,5/8 Punkten den Vizetitel in der M1! Dabei spielte er eine ELO-Performance von 2236 Punkten, und ein schönes DWZ-Plus von 50 Punkten. Wir sind gespannt, wie weit Moritz in seiner Laufbahn noch kommt.

Joshi startete einen Platz hinter ihm ins Turnier, auch er konnte sich berechtige Hoffnungen auf einen Platz in den Top5 machen. Bis zum letzten Turniertag war er diesem Plan schon etwas rückständig geworden, stand nur mit 2,5 Punkten in der Tasche vor den letzten beiden Runden. Ein rabenschwarzer Tag, in dem beide seiner Runden verloren gingen, machte dieses Turnier vermutlich zu einer OSEM, die ihm gerade, weil es seine alte Heimat ist, nicht so gut in Erinnerung bleiben wird…

Last but not least bleibt noch Leni, die als Vorbereitung für die DFEM und WM einen Freiplatz erhielt. Als einzige Dame in der M1 stand sie bereits vor der ersten Runde als Oberpfalzmeisterin fest, wollte aber natürlich trotzdem ordentlich angreifen. Krankheitsbedingt musste auch sie leider bereits nach der ersten Runde pausierenund verpasste dadurch vier Partien. Erst zur sechsten Runde konnte sie wieder ins Turnier eingreifen, holte anschließend aber direkt zwei Siege. In der letzten Runde ergab die Auslosung dann eine interessante Paarung: Leni traf auf den Gegner, dem sie bereits in der zweiten Runde zugelost worden war. Da diese Partie damals kampflos gewertet werden musste, war diese Seltenheit auch regeltechnisch völlig konform, sorgte in der Mittagspause jedoch zunächst für etwas Verwirrung. In der Partie selbst deutete sich an, was mittlerweile fast schon als Tradition gelten kann: Als der Turniersaal nur noch von wenigen Partien besetzt war, standen bei den beiden noch nahezu alle Figuren auf dem Brett. Über fast sechs Stunden hinweg versuchte sie hartnäckig, die Drohungen ihres Gegners abzuwehren, musste sich am Ende jedoch gegen 21 Uhr geschlagen geben. Auch wenn die 2 aus 4 Punkten beim Blick auf die Tabelle nur bedingt aussagekräftig sind, war das dennoch eine sehr starke Leistung in diesem Teilnehmerfeld.

Herzlichen Glückwunsch an Moritz und Leni!

Bei der Siegerehrung wurden die besten drei jeder Kategorie geehrt, dazu die beste Dame und die Top 8 in der M3, die nächstes Jahr in der M2 spielen dürfen, sowie die Top 4 der M2, die sich in der M1 werden messen dürfen.

Alle Einzelergebnisse sind über folgende Links abrufbar:

Abseits der Schachbretter gab es ebenfalls viel zu erleben. Während die Erwachsenen zwischen den Doppelrunden auf kleine Spaziergänge durch Oberviechtach setzten, bevorzugen die Jugendlichen währenddessen eher das Fußballspielen auf dem Schulhof.

Die Verpflegung war über einen Verkauf direkt in der Halle sehr gut organisiert, sodass keiner der Teilnehmer zu kurz bei Essen oder Trinken kam. Auch der teilweise essentielle Kaffee war immer bestens vorbereitet 😉. Die Abende wurden schließlich in großer Kelheimer Runde in den örtlichen Restaurants verbracht, auch waren alle sehr zufrieden und es wurden viele Geschichten über den vergangenen Tag oder auch völlig kontext-fremde Storys erzählt.

Alles in allem ein sehr gelungenes Turnier für den SK Kelheim, wir freuen uns bereits auf die nächste Oberpfalzmeisterschaft und hoffen, dass wir wieder genau so viele oder sogar mehr Teilnehmer verzeichnen können.

Vielen Dank an die gesamte Organisation und Abwicklung des Turniers an die Kollegen des SV Oberviechtach!

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