Zum Inhalt springen

Kreisliga-Mannschaften starten mit einem Knall

Am Wochenende hat die neue Schachsaison 2023/24 auch für die Kreisliga-Mannschaften des SK Kelheim begonnen. Alle drei Teams spielten zu Hause im Dormero Hotel, sodass sich mit 28 Spielern, die gleichzeitig um 9 Uhr die Uhren drückten, schon beinahe Turnierflair einstellte. 😎

SK Kelheim III

SK Kelheim III ging mit Eva Engl, Arthur Sitnik, Dr. Helmut Tautz, Thomas Karl, Alexander Pickl und Michael Gold an den Start. Da Mannschaftsführer Anton Kliegl an diesem Wochenende beim Heidelberg-Open um Ruhm und Ehre kämpfte, übernahm Eva den Job interimsmäßig. Als Gegner trat der TV Riedenburg II an und Abteilungsleiter Reinhard Blodig wies vorsorglich schon vor Rundenstart auf den klaren Favoritenstatus der Heimmannschaft hin. 😉 Er war mitgefahren, um einige neue Spieler in seiner Mannschaft live vor Ort zu beobachten.

Die Begegnung lief für Kelheim schon früh in die richtige Richtung. An keinem der sechs Bretter gerieten unsere Spieler (zumindest in den ersten anderthalb Stunden, als ich kiebitzen konnte) in Rückstand. Helmut lag schon früh zwei Bauern vorn und Michi überraschte sein Gegenüber mit einer schönen Springergabel, sodass er anschließend einen Bauern und eine Qualität vorne lag. Das brachte er sauber nach Hause. Als nächster war Arthur fertig, der sich an Brett 2 einen derartigen Vorteil erspielt hatte (inklusive gewonnener Dame), dass der Gegner vorzeitig aufgab.

Bei Helmut wurde es ein Remis, was ihn insofern ärgern wird, als er die Partie haushoch dominierte. Allerdings geriet er in der Folge in ein Turmendspiel, in dem er trotz zweier Mehrbauern nichts mehr ausrichten konnte und am Ende per Stellungswiederholung die Punkteteilung akzeptieren musste. Bei Thommy war die Partie lange ausgeglichen. Erst um den 25. bis 30. Zug herum konnte er das Heft an sich reißen und eine Leichtfigur gewinnen. Im Anschluss spielte er die restlichen Züge souverän herunter, tauschte ab so weit es ging, um die gefährliche gegnerische Dame auch noch loszuwerden und der Gegner gab auf.

Eva an Brett 1 spielte eine souveräne Partie mit schwarz. Sie hielt lange alles geschlossen und ließ die gelegentlichen Vorstöße ihres Gegners ins Leere laufen. Nach 38 Zügen einigten sich beide Seiten in komplett ausgeglichener Stellung (von Anfang bis Ende) auf Remis. An Brett 5 spielte Alex zwar ebenfalls Remis mit schwarz, doch dort flogen die Fetzen, denn dem Gegner gelang es, eine Quali und einen Bauern zu gewinnen und erst einmal ordentlich Druck zu machen. In dieser Phase musste Alex auf der Hut sein, um nicht direkt matt zu gehen. Aber er spielte sehr gewissenhaft und konnte die Partie sogar noch drehen. Leider setzte er, beim Versuch den Gegner in die Enge zu treiben, versehentlich patt. Aber gut. Ein paar Züge vorher hätte niemand geglaubt, dass das nochmal ein halber Punkt wird.

Damit ging die Begegnung mit einem klaren 4,5-1,5 ohne Niederlage an einzelnen Brettern aus und SK Kelheim III sprang direkt an die Tabellenspitze der Kreisliga I Süd.

SK Kelheim IV

SK Kelheim IV und V sind in der Kreisliga II Süd gemeldet. In den letzten Jahren wurden sie häufig für Anfänger, Wiedereinsteiger und der Jugend genutzt, um Spielpraxis bei den Erwachsenen zu sammeln. Diesmal jedoch waren beide Mannschaften am ersten Spieltag so stark aufgestellt wie schon lange nicht mehr – den vielen neuen aktiven Mitgliedern und kaum krankheitsbedingten Ausfällen sei Dank.

Die Vierte bestand aus Boris Bondarenko, Mannschaftsführer Robin Lindner, Marcus Reimann und Leonhard Neumeier. Auch hier war Kelheim klarer Favorit und marschierte mit einem 3,5-0,5-Sieg gegen TSV Kareth-Lappersdorf IV ebenfalls ohne Niederlage durch. Lediglich an Brett 1 musste sich Boris mit einem Remis bescheiden, zeigte sich aber zufrieden mit dem Ergebnis.

Als erster war jedoch Leo an Brett 4 fertig. Nachdem sein Gegner einen Bauern zu viel gefressen hatte, bekam er Spiel und konnte in der Folge zwei Leichtfiguren gewinnen. Nachdem man anschließend auch von Königssicherheit im herkömmlichen Sinne nicht mehr sprechen konnte, gab der Gegner auf. Marcus an Brett 3 konnte schon zeitig eine volle Leichtfigur gewinnen. Die Gegnerin dachte zwar gar nicht daran, deswegen die Flinte ins Korn zu werfen und es ging munter weiter, aber Marcus fand ein schönes Matt und brachte die Partie sauber zu Ende.

Bei “Capo” Robin an Brett 2 stand es lange materialmäßig ausgeglichen. “Vom Gefühl her stand ich nach der Eröffnung leicht bis vielleicht sogar deutlich schlechter und relativ passiv”, meinte Robin im Nachgang. “Hab dann aber einen sehr starken Angriff auf ihren König bekommen, da alle ihre Figuren bis auf die Dame am Damenflügel unterwegs waren.” So konnte er die weit schönere Struktur aufbauen und war irgendwann nur noch damit beschäftigt, die gegnerische Dame in die Enge zu treiben; bis sie letztendlich fiel. Auch hier ging die Partie noch bis zum 46. Zug weiter, ehe Robin den König mit massivem Materialüberschuss auf offenem Feld erlegte.

Damit darf sich Kelheims Vierte über einen deutlichen Sieg freuen, was auch in der Kreisliga II Süd direkt den Sprung an die Tabellenspitze bedeutete:

SK Kelheim V

Und – man sieht es ja schon in der gemeinsamen Tabelle – auch die fünfte Mannschaft durfte heute einen Sieg bejubeln. Dabei war das alles andere als “ausgemacht”, denn die Gäste vom DJK Regensburg Nord II waren auf dem Papier favorisiert. In Team V gingen Leonhard Dauerer, Stefan Peschel, Maxim Weinberger und Bernhard Poll an den Start.

An Brett 1 konnte es Leonhard gar nicht erwarten und war schon nach einer guten halben Stunde fertig. Dabei versuchte er sich zunächst im Botez-Gambit und ließ dem Gegner erst einmal eine Dame Vorsprung. Es gelang ihm allerdings in der Folge ordentlich Druck aufzubauen und ihn mit schnellem Spiel dazu zu verleiten, auch seine Züge rauszublitzen. Da war dann hin und wieder ein nicht ganz optimaler dabei und so schaffte es Leonhard, die Partie noch komplett zu drehen und mit seinen beiden Türmen matt zu setzen.

Bei Stefan sah es zunächst auch gut aus. Zumindest materialmäßig standen die beiden Kontrahenten lange komplett ausgeglichen. Dann jedoch übersah Stefan eine Springergabel über zwei Ecken und verlor eine Leichtfigur. Nachdem er direkt darauf auch noch einen Spieß nicht vermeiden konnte und eine weitere Leichtfigur abhandenzukommen drohte, gab er auf. Damit stand es wieder Unentschieden. Bernhard hatte an Brett 4 schon bald eine Leichtfigur mehr für zwei Bauern. Ab da konnte er sich darauf beschränken, alles abzutauschen und möglichst nichts einzustellen. Allerdings war es schön zu beobachten, wie er die komplett geschlossene Königsstellung nach und nach aufknackte, bis der Monarch pudelfasernackt in der Ecke stand, eingepfercht von Dame und Läufern. Das ließ sich der Gegner nicht mehr zeigen und gab auf.

“Na toll, jetzt hängt’s wieder an mir”, meinte Maxim, nachdem seine Teamkollegen ihn mit einer 2-1-Führung am Brett zurückgelassen hatten. Und zwischendurch durfte man sich durchaus Sorgen machen. Dem Gegner gelang es, zunächst einen Bauern zu gewinnen und in der Folge einen seiner Bauern mit Macht kurz vor die Grundlinie zu pressen. Doch Maxim gab sich nicht geschlagen und warf alles dazwischen, was ihm in die Finger kam. So konnte er diesen Bauern noch aufhalten und die Partie drehen. Mit Läufer und Springer gegen zwei Bauern eigentlich im Vorteil einigte sich Maxim mit seinem Gegner dann sicherheitshalber auf Remis. Zum einen sicherte das den Mannschaftssieg und zum anderen war der Kontrahent abermals kurz davor, einen Bauern durchzubringen.

Damit stand auch für SK Kelheim V der erste Sieg in der neuen Saison fest. Aufgrund des knapperen Ergebnisses wurde es Platz 3 in der Tabelle.

Dazu gab es auch einen Zeitungsartikel: Optimaler Einstieg in die Saison: Die Kreisligateams von SK Kelheim feiern Auftaktsiege am Heimspieltag (MZ, 02.01.2023)

Schlagwörter: