Zum Inhalt springen

Was für eine OJEM!

Das Abschneiden der SKK-Delegation bei der diesjährigen OJEM auf Burg Trausnitz kann sich mehr als sehen lassen: Vier von sechs zu vergebende Titel gingen an den SKK, darin enthalten alle drei Titel bei den Jungs. Von den 17 zu vergebenden Podestplätzen sicherten wir uns sieben. Die Qualifikation zur Bayerischen haben bereits sechs SKKler sicher, bei der OJEM der Altersklassen U8-U12 werden es hoffentlich noch mehr.

Mit Blick auf die Startranglisten vor dem Turnier konnte man durchaus von so einem überragenden Ergebnis träumen. In allen fünf Altersklassen, in denen wir Teilnehmer an den Start schickten, waren SKKler weit vorne gesetzt. Doch sieben Runden sind lang und von der Spitzenposition aus zu gewinnen, ist alles andere als leicht. Aus Sicht der Jugendleitung war eine gewisse Fallhöhe und der damit verbundene Druck durchaus da. An die Jugendlichen wurde der aber natürlich nicht weitergegeben.

Die 6,5/7 von Benedikt spiegeln seine Souveränität wider. Bei keiner Partie entglitt ihm das Heft des Handelns, stets war er Herr der Lage und auch beim Remis probierte er lange alles, um die Partie doch noch zu gewinnen. Dabei waren viele Partien hart umkämpft und er musste viel Zeit und Kraft investieren, um seine teilweise deutlich schwächer eingestuften Gegner in die Knie zu zwingen und seinen hartnäckigen Verfolger abzuschütteln. Umso größer war die Freude und Erleichterung Benedikts bei der Siegerehrung, den Pokal in die Höhe strecken zu können.

Einen traumhaften Turnierstart erwischte Leni. Weiße Weste nach vier Runden, inklusive Sieg gegen die direkte Konkurrentin um den Titel. Auch in Runde fünf sah dank einer dominierenden Stellung lange alles nach Sieg aus, bevor ein Figurentausch eine Stellung aufs Brett brachte, in der plötzlich alle Taktiken und Motive für den Gegner funktionierten. Der Ärger war groß, der Wille, den letzten entscheidenden Turniertag erfolgreich abzuschließen, aber auch. Mit einem Sieg gegen Vereinskollege Marcus sicherte sich Leni zum ersten Mal die Oberpfälzer U14-Krone.

Die U16 als Elfjähriger zu gewinnen, trauten wir Moritz absolut zu. Die Teilnehmerliste ließ einen Vierkampf um den Titel erwarten. Damit war auch klar, dass die drei Partien gegen die Konkurrenten die entscheidenden für den Titel sein werden. Und mit 2,5/3 war eine Vorentscheidung schon nach 5 Runden gefallen. Schlechtere Stellungen hielten Moritz nicht davon ab, die Partien noch zu drehen und zu gewinnen. Auch die schönste Partie des Turniers mit einem sehenswerten dreifachen Bauernopfer holte Moritz gegen einen direkten Konkurrenten aus dem Köcher.

Da die Startrangliste des Rundenturniers in der U18 nicht gelost wurde, sondern nach DWZ sortiert war, hatte Peter als Erstgesetzter am zweiten Tag gleich zwei entscheidende Partien gegen die Nächstgesetzten. Mit zwei Remis passierte keine Katastrophe, für den Turniersieg wäre aber mindestens ein Sieg aus den jeweils leicht besseren Stellungen hilfreich gewesen. Weitere Punkte durften aber nicht mehr abgegeben werden – und Peter lieferte mit 4/4 in den verbleibenden Runden ab. Dank kräftiger Unterstützung von Vereinskollege Michi, der sowohl die Punkte, also auch die SoBerg seines direkten Konkurrenten in Schach hielt, war Peter nach dem Turnierschach geteilter Erster. Beim dritten Blitzentscheid in sieben Jahren um den U18-Titel hatte Peter schließlich die Uhr, das Glück und die Mattdrohung auf h7 auf seiner Seite und gewann nervenstark die Armageddon-Partie und seinen ersten Titel im Turnierschach.

Auch Citra hatte bis zuletzt Chancen auf den fünften Kelheimer Titel in der U18w, kam aber trotz großem kämpferischen Einsatz in der letzten Runde nicht zu einem vollen Punkt. Trotzdem spielte sie ein gutes Turnier und darf auf eine Teilnahme bei den Bayerischen hoffen. Zwei Bronzemedallien und das Ticket zur BJEM sicherten sich Arthur, der mit seinen zehn Jahren die U14 kräftig aufmischte, und Michi, der in seinem letzten U18-Jahr unbedingt nochmal zur Landesmeisterschaft wollte.

Zehn weitere Kelheimer konnten sich für die Bezirksmeisterschaften qualifizieren. Somit stellten wir mit insgesamt 17 Jugendlichen die mit großem Abstand auch quantitativ stärkste Delegation – vor zwei Vereinen mit je fünf Teilnehmern. Maxim und Korbi trafen in der U16 immer wieder auf Vertreter der Spitzengruppe und können mit Top-10-Platzierungen zufrieden sein. Bei Leo funktionierte nicht viel, ein Sieg in der letzten Runde zeugt von guter Moral und gibt die Richtung für die nächsten Turnier vor. In der U14 mischte Marcus immer vorne mit, am Ende fehlte leider ein halber Punkt für „die Bayerische“. Mit herausragender DVM und guter OJEM waren es aber herausragende Weihnachtsferien für ihn. Konny landete nach wechselhaftem Turnierverlauf noch unter den ersten zehn. Auch Leon, Leonhard, Sara, Simon und Steven sammelten wertvolle Erfahrung und verbrachten schöne Tage in Trausnitz.

Auch abseits der Schachbretter konnte man viel Interessantes beobachten. Der Wechsel an der SJO-Spitze änderte nichts an der einwandfreien Durchführung der OJEM inklusive Rahmenprogramm. Auch unvorhergesehene Ereignisse wie ein Feueralarm mitten in der Nacht wurden gemeistert. Schön zu beobachten war auch, wie freundschaftlich und respektvoll sich die beiden Titelanwärter in der U18, Mika und Peter, selbst während des Stichkampfs verhielten. Und auch das schachliche Niveau war besser als bei den beiden anderen Entscheidungspartien in den letzten Jahren 😉

Dazu gab es auch einen Zeitungsartikel: SK Kelheim feiert Erfolge bei den Bezirksmeisterschaften (MZ, 08.01.2023)