Zum Inhalt springen

Erster Sieg für SKK4 – Tabellenführung für U20

  • von

Am Sonntag hatten unsere Kreisliga-Mannschaften 3 bis 5 Heimspiel im Dormero. Die Dritte wurde bisher ein wenig unter Wert geschlagen, hatte vor dieser Runde genauso viele Brettpunkte wie der Tabellenführer gesammelt, allerdings so unglücklich verteilt, dass bisher nur ein Mannschaftssieg dabei herausgesprungen ist und folglich nur Rang 7 in der Tabelle. Die Mannschaften IV und V in der Kreisliga II Süd warteten noch auf ihren ersten Punkt. Am Samstag stand bereits eine Runde U20-Oberpfalzliga der Jugend auf dem Programm.

SK Kelheim III

Die Dritte ging diesmal in einer Hammeraufstellung an den Start: Eva Engl, Christine Grafl, Anton Kliegl, Valentina Neumeier, Thomas Karl und Michael Gold. Damit konnte die Mannschaft mit einem 250 (!) Punkte höheren DWZ-Schnitt spielen als zuletzt gegen Eulenspiegel. Andererseits lag er immer noch niedriger, als der der Gäste von der RT Regensburg II, Spannung war also garantiert.

Zunächst passierte erstmal nicht viel. Während sich die Reihen der anderen Mannschaftskämpfe bereits zu lichten begannen, stand hier noch alles solide. Christine lag ganz am Anfang zwar einen Bauern hinten, konnte im Laufe der Partie jedoch einen Turm für 3 Bauern gewinnen, was eine weit offene Königstellung zur Folge hatte: von Königssicherheit im klassischen Sinne konnte man hier nicht mehr sprechen. Es war gefährlich und ganz wohl war ihr scheints auch nicht wenn ich den Augenkontakt beim Herumspazieren zwischendurch richtig deute.

Leni konnte früh eine Qualität gewinnen, sperrte aber ihren eigenen Läufer ziemlich ungünstig weg, sodass sie den Materialvorteil gar nicht so recht ausspielen konnte. Auch Michi lag schon früh einen Bauern vorne. Eva und Thommy hingegen standen über weite Strecken komplett ausgeglichen, während Anton kämpfen musste, um die Partie im Gleichgewicht zu halten und seinen Gegner auch mit einem Remis-Angebot nicht überzeugen konnte.

Kurz vor Mittag – die Runde war um 9 Uhr losgegangen – gab Michi seine Partie auf, nachdem er zwischenzeitlich eine Leichtfigur verloren hatte und das Kartenhaus daraufhin sukzessive in sich zusammenbrach. Eine Viertelstunde später akzeptierte Mannschaftsführer Anton ein Remis-Angebot, da sich die beiden Fronten vollends ineinander verkeilt hatten. Wie sich allerdings in der späteren Analyse herausstellte, hatten beide übersehen, dass Anton nach Bauerntausch eine versteckte Mattdrohung in petto hatte und dadurch einen Läufer und eventuell die Partie hätte gewinnen können. Da spielte laut Anton wohl auch die Psyche und der Partieverlauf mit. Eine halbe Stunde nach Anton remisierte Thommy. 1-2.

Etwa um die selbe Zeit hat Leni ihre Quali an Vorsprung wieder eingebüßt – ein auf den ersten Blick harmloser Königszug setzte eine Kaskade in Gang, bei der 6 (!) Züge später der Turm verloren ging – und lag nun eine Leichtfigur hinten. Eine knappe halbe Stunde versuchte sie noch, dem nun immer enger werdenden Mattnetz zu entkommen, letztlich vergeblich. Das sah nicht gut aus mit 1-3. Ein Mannschaftssieg war damit schon nicht mehr möglich.

Gegen 13 Uhr konnte Christine trotz weiterhin gefährlicher Stellung ihren Materialvorteil in einen Sieg ummünzen und auf 2-3 verkürzen. Nun spielte nur noch Eva, weiterhin in ziemlich ausgeglichener Stellung und der Gegner hatte bereits Remis geboten. Im Dienste der Mannschaft lehnte Eva jedoch ab und „knetete“ weiter. Sie hatte die Zeit auf ihrer Seite und der Gegner hatte bei 3 Minuten Restzeit (gegen 27 Minuten von Eva) aus Versehen die Uhr bis auf 14 Sekunden herunterlaufen lassen. Eva erhöhte Zug um Zug den Druck, bis sie mit Dame, Turm und Läufer einen Doppelangriff auf König und Läufer startete, der den Gegner dann um Viertel vor zwei entnervt aufgeben ließ und sicherte SK Kelheim III damit ein 3-3-Unentschieden.

Das war insofern wichtig, da RT Regensburg II der direkte Widersacher in der Tabelle war; im Fußball würde man sagen „ein Vierpunktespiel“. Daher ist die verhinderte Niederlage Gold wert. Es bleibt zwar bei Tabellenplatz 7, aber man ist weiterhin auf Tuchfühlung – und hat weiterhin genauso viele Brettpunkte wie der Tabellenführer. Anton: „Letztendlich muss man feststellen, dass die Kreisliga I Süd von den anderen Mannschaften sehr gut besetzt ist und wir dann mithalten können, wenn wir nicht zu viele Spieler an die 1. und 2. Mannschaft abstellen müssen.“ Wie Christine schon beim Spiel gegen DJK Regensburg Nord anmerkte: „Jetzt bekommt man in der Kreisliga 1 auch schon 1900er als Gegner präsentiert.“ 😮

SK Kelheim IV

Auch die vierte Mannschaft war dieses Mal DWZ-mäßig stärker besetzt: Robin Lindner, Maximilian Rösch, Konstantin Neumeier und Bernhard Poll saßen an den Brettern. Auch hier war der Gegner mit SF Tegernheim III der direkte Nachbar in der Tabelle, der allerdings schon drei Punkte vorne lag. Daher war das Ziel, den Anschluss ans Feld nicht völlig zu verlieren.

Nach anderthalb Stunden schlug es allerdings zuerst einmal auf Brett 3 ein. Konny hatte einen Angriff auf der Diagonalen mit Dame und Läufer völlig unterschätzt und musste zulassen, dass die Dame über h7 in die eigene Stellung eindringt. Da der König ansonsten sauber verbarrikadiert war, war das Grundreihenmatt nicht mehr zu verhindern.

Bei Bernhard war es ein munteres Auf und Ab. Am Anfang konnte er einen Bauern gewinnen, innerhalb der nächsten Stunde jedoch lag er plötzlich zwei volle Leichtfiguren hinten, hatte nur noch seine Türme und ein paar Bauern, während beim Gegner zusätzlich noch zwei Springer herumhüpften. Allerdings behielt er die Nerven und wehrte sich so lange, bis am Ende nur noch König gegen König und Bauer übrig waren und der Gegner Remis bot; das nahm Bernhard natürlich dankend an. Sauber gerettet! 0,5-1,5.

Bei Robin stand es zwei Stunden lang ziemlich ausgeglichen, gegen halb 12 jedoch konnte er eine Leichtfigur gewinnen, allerdings hatte der Gegner noch etliche Pfeile aufgespannt. Das brachte Robin jedoch nicht aus der Ruhe und kurz vor Mittag war der Sieg in trockenen Tüchern. 1,5-1,5.

Nun hing es an Maxl, der zwar eigentlich die ganze Zeit schon besser stand, inzwischen allerdings ziemlich knapp an Zeit war. Mit Not rettete er sich über den 40. Zug und konnte dann erstmal wieder durchschnaufen, um in Ruhe zu schauen wie er seinen Materialvorteil bestmöglich nutzt. Es dauerte noch bis kurz vor 13 Uhr, dann kam die Kunde: Maxl hat gewonnen und SKK IV damit den ersten Saisonsieg beschert. In der Tabelle sieht es zwar nach wie vor nicht rosig aus, aber zumindest ist der Anschluss ans Feld wieder hergestellt.

SK Kelheim V

Die Tabelle nimmt es ja schon vorweg, da SKK IV und V in der gleichen Liga spielen: leider hat es auch dieses Mal nicht mit dem ersten Saisonsieg geklappt. Das ist nicht weiter schlimm, die Mannschaft ist ja für Gelegenheitsspieler und die Jugend zum Üben bei den Erwachsenen gedacht; da ist das Ergebnis nicht so wichtig. Schon die Papierform sprach dagegen, dass gegen TV Parsberg II viel gehen würde: Leonhard Neumeier, Leonhard Dauerer, Simon Eberl und Sigrid Huber fehlten knapp 250 Punkte an DWZ-Schnitt. Zumindest ein bisschen mehr wäre heute aber wohl drin gewesen.

Bei Leonhard an Brett 2 sah es zunächst ganz gut aus. Er hatte sich innerhalb von nur 10 Minuten eigener Bedenkzeit bis zum 20. Zug geblitzt und dabei eine Quali gewonnen. Mit Ausnahme einer Leichtfigur, eines Turms und ein paar Bauern hatte er mit seinem Gegner schon alles abgetauscht. Beim Einschwenken ins Endspiel muss jedoch irgendetwas schiefgegangen sein, denn plötzlich war die Leichtfigur weg. Eine halbe Stunde versuchte er noch, das Übel abzuwenden. Erst als er nur noch den König auf dem Brett hatte, gab er auf. 0-1.

Bei Leo an Brett 1 war zunächst alles gut, Material ausgeglichen, ruhige Stellung, es schien nach Plan zu laufen. Dann jedoch war der Ofen um Viertel nach zehn völlig unvermittelt plötzlich aus! Ein übersehenes Matt in Eins, gedeckt vom Turm auf der h-Linie ließ den Einschlag der Dame auf h7 zu und das war’s dann. 0-2.

Simon an Brett 3 spielte äußerst vorbildlich und gänzlich frei von jugendlichem Übermut. Nach einer dreiviertel Stunde hatten er und sein Gegner immer noch alle (!) Figuren auf dem Brett. Dann jedoch ging es langsam bergab. Zunächst musste er eine Leichtfigur für zwei Bauern geben, ehe gegen halb elf ein auf die Reise gegangener König in die Zange genommen und letztlich unterwegs matt gesetzt wurde. 0-3.

Nur Sigrid spielte nun noch. Hier sah es zunächst nach einem klaren Sieg aus, denn nach etwa einer Stunde konnte sie eine Leichtfigur gewinnen und diesen Vorsprung zunächst auch behaupten. Die Gegnerin dachte jedoch gar nicht daran, frühzeitig aufzustecken und konnte Sigrid gegen 11 Uhr den Materialvorteil wieder abluchsen. Nachdem sie keine Möglichkeit sah das Ding noch risikofrei zu gewinnen und der Mannschaftskampf eh schon verloren war, einigten sich die beiden auf Remis. Ein Erfolg für Sigrid, denn die Jugendspielerin hatte doch einiges an DWZ mehr.

SK Kelheim 3 (U20-Jugend)

Bereits am Samstag hatte unsere dritte Jugendmannschaft Heimspiel gegen SF Haselmühl/Amberg. Die Aufstellung lautete Korbinian Pritschet, Maxim Weinberger, Leonhard Dauerer und Leonhard Neumeier. Fairerweise muss man sagen, dass die Papierform hier deutlich für uns sprach, auch wenn man in Zeiten des Online-Schachs bei Gegnern mit null DWZ natürlich immer vorsichtig sein muss.

Die ersten drei Brettpunkte waren ratzfatz im Sack: nach 26 Minuten hatte Korbi an Eins gewonnen, da beim Gegner plötzlich eine Dame zu wenig auf dem Brett stand. Zur selben Zeit hatte auch Leonhard an Brett 3 schon eine Leichtfigur mehr und 10 Minuten später war er durch. 2-0. Maxim an Zwei konnte zum gleichen Zeitpunkt einen Turm gewinnen; ein paar Minuten später gab der Gegner auf. 3-0. Damit war die Begegnung bereits gewonnen.

Nur Leo an Vier spielte noch und war auch schon mit einer Leichtfigur vorne. Kurz vor 15 Uhr – es war immer noch keine Stunde gespielt – konnte sich der Gegner jedoch langsam zurück kämpfen. Vielleicht hätte man an der Stelle auch mal Remis bieten können, nachdem der Mannschaftssieg ohnehin schon fest stand? Eine halbe Stunde später waren sie im Turmendspiel und Leo hatte zwei Bauern weniger. Das war dann nicht mehr zu gewinnen. Am Mannschaftssieg änderte das nichts. Damit holte sich Kelheim 3 auch die Tabellenführung in der U20-Oberpfalzliga wieder zurück und bleibt weiterhin ungeschlagen in der laufenden Saison.

Dazu gab es auch einen Zeitungsartikel: SK Kelheim IV feiert den ersten Saisonsieg (MZ, 21.12.2022)