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Abstiegssorgen bei SKK 3 – erster Sieg von SKK 5

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Am vergangenen Sonntag waren unsere drei Kreisliga-Mannschaften der Erwachsenen im Einsatz, alle in der selben Region: SK Kelheim III und IV waren zu Gast beim SC Bavaria Regensburg, SK Kelheim V war ein paar Kilometer weiter in Tegernheim am Start. Bereits am Samstag spielte die Jugend in Riedenburg.

SK Kelheim III

Mannschaftsführer Anton hatte es schon am Ende der letzten Runde treffend zusammengefasst: eigentlich kann die Dritte ganz gut mitspielen im Feld, wenn man nicht zu viele Spieler an die vorderen Mannschaften abtreten muss. Sie hat beispielsweise genauso viele Brettpunkte erzielt wie der Tabellenführer; nur unglücklicher verteilt. Trotzdem stand vor diese Runde nur der vorletzte Platz in der Kreisliga I Süd zu Buche und Anton macht sich langsam Sorgen um den Klassenerhalt. Alexander Pickl, Christine Grafl, Anton Kliegl, Maximilian Rösch, Valentina Neumeier und Thomas Karl waren diesmal aufgestellt, was einen DWZ-Schnitt von 1549 ergibt und damit auf dem gleichen Level wie dem der Gegner lag.

Nach anderthalb Stunden war an der Grundschule Prüfening gegen Bavaria Regensburg V hinsichtlich Material noch alles im Lot, bei Maxl sogar dergestalt, dass noch sämtliche Steine auf dem Brett standen. Sehr ungewöhnlich. Das bewog ihn dazu, seinem Gegner Remis zu bieten, das jener nach Rücksprache mit seinem Mannschaftsführer annahm. Es stand also schon mal 0,5-0,5.

Wenig später hatte auch Anton an Brett 3 Remis. Er war zunächst gut aus der Eröffnung gekommen, hatte Raumvorteil und schon aufmunitioniert für einen schönen Angriff. Das wollte der Gegner offenbar mit aller Macht verhindern und zwang ihn, eine Figur nach der anderen abzutauschen bis neben den Königen nur noch je zwei Leichtfiguren und ein paar Bauern auf dem Brett standen; alle festgefahren. In dieser Stellung bot Anton zähneknirschend Remis und der Gegner nahm an. 1-1.

Bei Christine bahnte sich derweil Unheil an. Nach etwa zwei Stunden war plötzlich eine Leichtfigur weg. Zunächst schien das nicht weiter schlimm, da sie im Austausch einen guten Angriff zu haben schien. Doch dieser löste sich zunehmend in Luft auf. Eine gute halbe Stunde lang versuchte sie an allen Ecken zu zündeln, doch der Gegner spielte ebenfalls trickreich. Gegen halb Zwölf konnte sie bei einem auf den ersten Blick normalen Abtausch nicht gegen nehmen, da der Kontrahent sonst eine Springergabel auf König und Turm gehabt hätte. Mit nun zwei Leichtfiguren weniger gab sie kurze Zeit später entnervt auf. 1-2.

Bei Alex am Spitzenbrett war die Stellung die gesamte Partie über komplett ausgeglichen. Auch hier stand ähnlich wie bei Maxl an vier lange noch (fast) alles auf dem Brett, nur ein Bauer war gleich zu Beginn abgetauscht worden. Da beide sich keine Fehler leisteten, einigten sie sich um halb Eins auf Remis. 1,5-2,5. Damit wurde die Luft langsam dünn.

Bei Thommy sah es derweil aber ganz gut aus, er hatte etwa um diese Uhrzeit eine Leichtfigur gemopst und lag nun in Führung. So klar war das Ganze aber noch nicht, doch je weniger Figuren auf dem Brett verblieben, desto stärker wirkte sich die Leichtfigur aus. Irgendwann meinte der gegnerische Mannschaftsführer zu seinem Brett-6-Spieler besänftigend: „Du darfst fei ruhig aufgeben“ – und das tat er dann auch. 2,5-2,5.

Nun spielte nur noch Leni an Brett 5, wo es zwar über weite Strecken materialmäßig ausgeglichen war, jedoch stand sie meist in der Defensive und musste eher abwehren als eigene Angriffe planen. In einer Zeitnotphase kurz vor dem 40. Zug hat sie einen Bauern eingebüßt und ging mit einem Minus-Bauern ins Turmendspiel. „Hoffentlich kann sie das Remis halten“, saß Mannschaftsführer Anton in der Aula auf Kohlen. Kurz vor 13 Uhr bot der Gegner Remis, da er auch nicht wirklich weiterkam. Leni überlegte trotzdem lange – Remis ist eigentlich nicht so ihr Ding – nahm dann aber (die Sache mit der Taube und dem Spatz) doch an. 3-3 Endstand.

Noch am selben Abend bedankte sich Mannschaftsführer Anton bewegt bei seinem Team, dass sie mit dem Rücken zur Wand stehend nicht aufgesteckt haben und den Rückstand noch in ein Unentschieden drehen konnten. Damit hat SKK 3 weiterhin genauso viele Brettpunkte wie der Tabellenführer. Zudem rückt man von 7 auf 6 nach vorne, knapp raus aus den Abstiegspositionen. Wie eng es zugeht in der Kreisliga I Süd, zeigt folgendes: die Position für den Vizemeister-Titel ist nur zwei Mannschaftspunkte (vulgo: einen Sieg) entfernt.

SK Kelheim IV

Die vierte Mannschaft war diesmal in der Aufstellung Robin Lindner, Marcus Reimann, Konstantin Neumeier und Bernhard Poll am Start und musste gegen SC Bavaria Regensburg VII ran. In der Runde vor Weihnachten konnte die Mannschaft ihren ersten Saisonsieg feiern und man durfte gespannt sein, ob der Aufwärtstrend fortgesetzt werden kann. Vom DWZ-Schnitt her sprach zumindest nichts dagegen.

Doch schon anderthalb Stunden nach Beginn zeichnete sich ab, dass das schwer werden würde. Bernhard lag zu dem Zeitpunkt einen Bauern hinten und hatte sich obendrein einen Doppelbauern eingefangen. Zudem spielte sein jugendlicher Gegner sehr angriffslustig. Allerdings hat Bernhard das clever angestellt, konnte zunächst seinen Doppelbauern loswerden und blockierte in der Folge so geschickt, dass dem Gegner sein Mehr-Bauer nichts nützte. Nach einer Weile hin und her einigten sich die Beiden kurz nach Mittag auf Remis. 0,5-0,5.

Übler sah es zwischenzeitlich bei Konny aus, der gleich mit zwei Minus-Bauern ins Mittelspiel ging und von Glück sagen kann, dass er dort nicht vorzeitig matt gegangen ist. Irgendwie gelang es ihm – dann voll konzentriert spielend – sich aus der Umklammerung zu lösen, einen Bauern einzukassieren und sich wieder so weit zu rehabilitieren, dass er das Turmendspiel mit einem Bauern weniger remis halten konnte. 1-1.

Robin schien materialmäßig auf den ersten Blick lange ausgeglichen zu stehen. Jedoch verfinsterte sich seine Miene nach Mittag zusehends, da er den fortwährenden Drohungen des Gegners irgendwann nichts mehr entgegen zu setzen hatte. Das wollte er sich dann nicht mehr zeigen lassen und gab auf. 1-2.

Nun ruhten alle Hoffnungen auf Marcus noch wenigstens ein Unentschieden zu retten und eigentlich sah es hier ganz gut aus. Er spielte die meiste Zeit über mit einem Bauern mehr und hatte sein Gegenüber regelrecht im Schwitzkasten, indem er sein komplettes Arsenal kurzerhand zwei Reihen nach vorne verschoben hatte. Der Gegner musste schauen, dass er überhaupt noch Züge fand. Beim Übergang ins Endspiel ging dieser Vorteil jedoch sukzessive verloren und Marcus musste sich in einer Stellung, die auch von der Maschine als tot remis bewertet wurde, mit einer Punkteteilung zufrieden geben. Das besiegelte die knappe 1,5-2,5-Niederlage.

Auch aufgrund der verpassten Runde 3 muss Kelheims Vierte nun leider die rote Laterne in der Kreisliga II Süd übernehmen.

SK Kelheim V

Des einen Freud, des anderen Leid. Während Kelheim IV mit der knappen Niederlage haderte, konnte Kelheim V gegen SF Tegernheim III seinen ersten Saisonsieg einfahren. Zum ersten Mal konnte man in einer Aufstellung antreten, die nicht 300, 400 oder gar 500 DWZ-Punkte unter dem Gegnerschnitt lag. Stefan Peschel, Maxim Weinberger, Leonhard Neumeier und Leonhard Dauerer bildeten diesmal das Team.

Da die Truppe ohne Mannschaftsführer anreiste – Sigrid: „Da wir tatsächlich mit einer Top Besetzung antreten und uns Punkte holen können, würde ich meinen Platz hergeben“ – und auch sonst ohne nicht selbst spielende Begleitperson, sind Fotos und Infos leider rar. Maxim, Leo und Leonhard konnten ihre Partien gewinnen, Stefan am Spitzenbrett musste sich geschlagen geben. Das änderte aber nichts mehr am ersten Mannschaftssieg für die Fünfte. Endergebnis 3-1.

In der Tabelle der Kreisliga II Süd geht es damit, wie gesehen, an den Teamkollegen vorbei einen Platz nach vorne. Das birgt Spannung für die nächste Runde, denn dann müssen die beiden Kelheimer Mannschaften gegeneinander antreten. In der Tabelle verlieren beide jedoch langsam den Anschluss ans Mittelfeld.

SG Riedenburg-Kelheim (U20-Jugend)

In der aktuellen Saison 2022/23 hat der SK Kelheim in der U20-Kreisliga keine eigenen Mannschaften gemeldet, sondern sich mit der Jugend des TV Riedenburg (Schachabteilung) zusammengetan. Die Riedenburger hätten vielleicht knapp auch eine eigene Mannschaft zusammen bekommen, aber vermutlich nicht so, dass sie regelmäßig in Vollbesetzung hätten spielen können. Und der SKK kann hier jenen jungen Nachwuchs zum Einsatz bringen, der erste Langschach-Turnierluft schnuppert oder für den Einsätze in der U20-Oberpfalz-, Landes- oder gar Bayernliga noch zu früh kämen. 78 potenzielle Spieler stehen bei der SG auf der Liste. Daher wird es in dieser Saison wohl eher nicht mehr vorkommen müssen, dass Bretter unbesetzt bleiben.

Leider scheinen nicht alle Vereine die unteren Jugendligen auf gleiche Weise zu interpretieren. Da werden Spieler in der Kreisliga eingesetzt, die parallel dazu auch in der Bayernliga (!) am Start sind. Andere treten in Aufstellungen an, deren DWZ-Schnitt in der Oberpfalzliga für die vordere Hälfte reichen würde. Das ist schade, aber wohl leider nicht zu ändern.

In dieser Dreifachrunde waren Boris Bondarenko und Leon Stöhr vom SK Kelheim am Start, sowie Lukas Goppold und Sebastian Schmitzer von den Riedenburgern. Die Bretter 2 bis 4 mussten sich leider in allen drei Durchgängen geschlagen geben. Boris auf Brett 1 jedoch – erst seit ein paar Wochen im Verein – zeigte eine Leistung, die Jugendleiterin Lena schlicht als „der Wahnsinn“ bezeichnete. Er holte zweimal Remis, eines sogar gegen eine ehemalige Bayerische Vizemeisterin. Klasse!

Auf die Tabelle wirkt sich das aufgrund der genannten unterschiedlichen Philosophien aufzustellen nicht aus. Hier bleibt leider nur der letzte Platz mit 0 Mannschaftspunkten.

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