Zum Inhalt springen

Durchwachsener Saisonauftakt

  • von

Ein Sieg, zwei Niederlagen und zahlreiche umkämpfte Partien: Am Sonntag, dem 11. Oktober, starteten die ersten drei Mannschaften des Schachklubs Kelheim in die neue Saison 2026/27. Während die Erste bei ihrer Rückkehr in die Oberliga einen deutlichen Dämpfer hinnehmen musste und die Zweite knapp unterlag, sorgte die Dritte mit einem nervenaufreibenden Heimsieg für das Erfolgserlebnis des Tages.

SK Kelheim I: Zurück in der Oberliga – und gleich ein schwerer Gegner

Erstmals seit 2013 spielte die erste Mannschaft des SK Kelheim wieder in der Oberliga Bayern. Dass dort ein anderer Wind wehte, zeigte sich gleich beim Saisonauftakt gegen die SG Post/Süd Regensburg.

Die Regensburger waren an allen acht Brettern nominell stärker besetzt. Im DWZ-Schnitt standen 2200 Punkte auf Regensburger Seite den 2111 Punkten der Kelheimer gegenüber. Dennoch war die Mannschaft keineswegs chancenlos. Leider verlief der Spieltag insgesamt etwas unglücklich, sodass am Ende eine deutliche 1,5:6,5-Niederlage zu Buche stand.

Für die Kelheimer Brettpunkte sorgten Martin Kreuzer am Spitzenbrett, Bernhard Schmid an Brett drei und Stephan Giessmann an Brett fünf, die jeweils ein Remis erkämpften. Florian Gold, Cornelius Mühlich, Helmut Kreuzer, Johannes Müller und Johannes Najjar mussten sich dagegen geschlagen geben.

Mit diesem Ergebnis übernahm Post/Süd Regensburg nach dem ersten Spieltag die Tabellenführung, während Kelheim zunächst am Tabellenende stand. Die Saison ist allerdings noch jung, und die Mannschaft will sich von diesem Auftakt nicht entmutigen lassen.

Bereits am 25. Oktober bietet sich beim ersten Heimspiel gegen den TSV Trostberg die nächste Gelegenheit, Punkte zu sammeln. Dabei kommt es auch zu einem Wiedersehen mit dem ehemaligen Kelheimer Jochen Maurer, der inzwischen für Trostberg spielt. Die Trostberger hatten sich zum Auftakt mit einem 4:4 vom SK Passau getrennt.

SK Kelheim II: Viel Kampfgeist, aber knapp am Mannschaftspunkt vorbei

Auch die zweite Mannschaft erwischte in der Oberpfalzliga keinen einfachen Auftakt. Mit Kareth-Lappersdorf II wartete gleich ein Gegner, der erst in der vergangenen Saison aus der Regionalliga abgestiegen war.

Zudem musste Kelheim mehrere personelle Ausfälle kompensieren – eine Situation, die der Mannschaft allerdings bereits aus der vergangenen Saison bestens bekannt war. Entsprechend motiviert ging es an die Bretter.

Der Mannschaftskampf entwickelte sich zunächst sehr ausgeglichen. Niemand leistete sich in der Eröffnung grössere Fehler, und erst nach mehr als zwei Stunden zeichneten sich die ersten Entscheidungen ab.

Holger Seidenschwanz musste sich an Brett vier nach einem starken gegnerischen Königsangriff geschlagen geben. Doch nur wenige Minuten später gelang Peter Hahn am Spitzenbrett der Ausgleich. In einer von Beginn an taktisch geprägten Partie verlor sein Gegner zunächst ein wichtiges Tempo, geriet anschliessend in Zeitnot und büsste schliesslich entscheidendes Material ein.

Nach einer Niederlage von Michael Gold am siebten Brett stellte Sebastian Piehler mit seinem Sieg den Gleichstand wieder her. Auch Maximilian Buchhammer hatte am achten Brett einen vielversprechenden Angriff aufgebaut, geriet jedoch selbst in Zeitnot und musste die Partie abgeben.

An Brett drei gelang Eva Engl zunächst ein bemerkenswerter Materialgewinn: Sie eroberte einen Turm für Läufer und Bauern. Allerdings erwies sich die Stellung danach als keineswegs einfach. Nach langer Verteidigung musste sie sich schliesslich mit einem Remis zufriedengeben.

Besonders lange wurde noch an den Brettern von Boris Bomdarenko und Arthur Sitnik gekämpft. Während Boris letztlich die Segel streichen musste, verwertete Arthur sein Endspiel mit einer Mehrfigur sicher zum Sieg.

Damit endete der Mannschaftskampf mit einer denkbar knappen 3,5:4,5-Niederlage.

Trotz der personellen Schwierigkeiten zeigte die Zweite eine engagierte Leistung und war bis zum Schluss in Schlagdistanz. Mit etwas mehr Glück wäre gegen den Regionalliga-Absteiger durchaus ein Mannschaftspunkt möglich gewesen.

SK Kelheim III: Fabian überraschte, Wolfgang wurde zum Matchwinner

Deutlich erfreulicher verlief der Saisonauftakt für die dritte Mannschaft, die zu Hause auf die Regensburger Turnerschaft traf.

Schon vor dem ersten Zug war klar, dass ein schwieriger Mannschaftskampf bevorstand. Die Kelheimer waren gerade noch vollzählig angetreten und mussten an mehreren Brettern deutliche DWZ-Nachteile hinnehmen.

Doch bekanntlich wurden Schachpartien nicht auf dem Papier entschieden.

Das bewies insbesondere Fabian Ticala, der bei seinem ersten Einsatz in der dritten Mannschaft eine Partie erlebte, die er wohl nicht so schnell vergessen würde. Obwohl er bereits einen Turm weniger hatte, kämpfte er unbeirrt weiter. Sein Gegner übersah schliesslich ein Matt in einem Zug – und Fabian nutzte seine Chance zum überraschenden Sieg.

Auch Johannes Dombert steuerte einen vollen Punkt bei. Er wehrte ein Figurenopfer seines Gegners erfolgreich ab und erreichte dadurch einen entscheidenden Materialvorteil. Sein Gegner erkannte die aussichtslose Lage und gab auf.

Leider mussten sich Christine Grafl und Johannes Obermeier geschlagen geben. Drei weitere Partien endeten remis, sodass beim Zwischenstand von 3,5:3,5 alles an der letzten laufenden Partie hing.

Und hier wurde es noch einmal richtig spannend.

Wolfgang Latzel erhielt im Endspiel ein Remisangebot seines Gegners. Doch anstatt sich mit dem halben Punkt zufriedenzugeben, entschied er sich, weiter auf Sieg zu spielen. Eine mutige Entscheidung – schliesslich hing der gesamte Mannschaftskampf davon ab.

Wolfgang behandelte das chancenreiche Endspiel präzise und setzte seinen Gegner zunehmend unter Druck. In der Zeitnot unterlief diesem schliesslich der entscheidende Fehler. Wolfgang gewann eine Figur, und sein Freibauer war nicht mehr aufzuhalten.

4,5:3,5 für Kelheim!

Damit gelang der Dritten erneut ein knapper Erfolg gegen die Regensburger Turnerschaft. Es war ein schöner Auftakt, bei dem sich Kampfgeist, Ausdauer und starke Nerven letztlich auszahlten.

SK Kelheim IV: Gegen starke Regensburger blieb nur ein Achtungserfolg

Eine Woche nach den ersten drei Mannschaften griff am Sonntag, 18. Oktober, auch die vierte Mannschaft ins Ligageschehen ein. Zum Auftakt der Kreisliga I Süd empfing sie die zweite Mannschaft der Regensburger Turnerschaft.

Bereits vor dem ersten Zug war klar, dass die Gäste als Favoriten antraten. Mit durchschnittlich 1776 DWZ gegenüber 1685 DWZ auf Kelheimer Seite waren die Regensburger nominell knapp 100 Punkte stärker.

Dennoch gelang es gleich drei Kelheimern, ihren höher bewerteten Gegnern einen halben Punkt abzunehmen. Valentina „Leni“ Neumeier remisierte am Spitzenbrett gegen Andreas Albrecht, Anton Kliegl teilte am vierten Brett den Punkt mit Stefan Meckl und Sofiia Strielnikova erreichte an Brett sechs gegen Dr. Jörg Flemmig ebenfalls ein Remis.

Für Konstantin „Konny“ Neumeier, Mannschaftsführer Robin Lindner und Roland Neumeier reichte es diesmal leider nicht zu einem Punktgewinn. Damit stand am Ende eine 1,5:4,5-Niederlage auf dem Spielberichtsbogen.

Ein angesichts der Spielstärkeunterschiede nicht ganz unerwartetes Ergebnis, das allerdings etwas deutlicher ausfiel als erhofft. Immerhin zeigten insbesondere die drei Remispartien, dass auch gegen nominell stärkere Gegner etwas möglich ist.

SK Kelheim V: Nachwuchs feiert Einstand im Erwachsenen-Spielbetrieb

Für die fünfte Mannschaft stand zum Saisonauftakt der Kreisliga II Süd-West ein besonderes Ereignis an. Beim Heimspiel im DORMERO Hotel gegen die Nachbarn vom TV Riedenburg III gingen mit Vincent Linhard, Philipp Meny, Moritz Patzschke und Illia Buriachenko vier junge Kelheimer erstmals gemeinsam im Erwachsenen-Spielbetrieb an die Bretter.

Und der Mannschaftskampf hätte kaum ausgeglichener verlaufen können.

Eine Besonderheit des Tages: An allen vier Brettern setzte sich jeweils der Spieler mit den weissen Steinen durch. Für Kelheim waren dies Philipp und Illia, die mit ihren beiden Siegen die entscheidenden Punkte zum 2:2-Unentschieden beisteuerten.

Vincent und Moritz mussten sich zwar geschlagen geben, doch am Ende durfte sich die junge Mannschaft über ihren ersten Mannschaftspunkt freuen.

Gerade für die Nachwuchsspieler ist der Einstieg in die Erwachsenenliga ein wichtiger Schritt. Hier warten nicht nur andere Gegner, sondern häufig auch neue Spielweisen und ungewohnte Herausforderungen. Umso erfreulicher, dass die Fünfte gleich zum Auftakt etwas Zählbares mitnehmen konnte.

SK Kelheim VI: Gelungener Einstand mit 3:1-Heimsieg

Noch besser lief es für die sechste Mannschaft, die ebenfalls im DORMERO Hotel antrat und die Gäste von SF Tegernheim III empfing.

Auch hier kamen an den hinteren beiden Brettern neue Gesichter im Erwachsenen-Spielbetrieb zum Einsatz. Und die Mannschaft zeigte gleich zum Saisonstart, dass sie sich keineswegs verstecken muss.

Werner Bauer und Thomas Schuster steuerten jeweils einen vollen Punkt bei. Lukas Riera Galmés und Alexander Baitz sicherten mit zwei Remis die weiteren Brettpunkte, sodass am Ende ein überzeugender 3:1-Heimsieg feststand.

Damit durfte sich die Sechste nicht nur über zwei Mannschaftspunkte freuen, sondern auch über einen gelungenen Einstand ihrer neuen Spieler.

Ein schöner Erfolg, der Lust auf die kommenden Begegnungen macht!

Sechs Mannschaften, ein gemeinsamer Saisonstart

Mit dem zweiten Auftaktwochenende sind nun alle sechs Kelheimer Mannschaften in die Saison 2026/27 gestartet. Die Bilanz kann sich trotz einiger Rückschläge durchaus sehen lassen:

Besonders erfreulich ist, dass gleich mehrere Nachwuchsspieler den Sprung in den Erwachsenen-Spielbetrieb wagten. Während die oberen Mannschaften teilweise gegen nominell deutlich stärkere Gegner antreten mussten, sammelten die jüngeren Spieler wertvolle Erfahrungen und konnten bereits erste Mannschaftspunkte beisteuern.

Die Saison verspricht damit wieder viele spannende Begegnungen – von der Oberliga Bayern bis zur Kreisliga II.

Wir wünschen allen sechs Mannschaften weiterhin viel Erfolg, spannende Partien und möglichst viele Brettpunkte!