Der Ligabetrieb ruht noch immer – der Schachklub Kelheim allerdings nicht. Nach den zahlreichen Turnieren im Juli ging es auch Ende August und Anfang September auf den Brettern weiter. Bei der Bayerischen Einzelmeisterschaft in Rosenheim war der SK Kelheim gleich dreifach vertreten. Beim anschliessenden 8. Bamberg Open stellte sich Nachwuchsspieler Johannes Dombert einer ganz besonderen Herausforderung.
Drei Kelheimer bei der Bayerischen Einzelmeisterschaft
Vom 23. bis 29. August wurden in Rosenheim die 97. Bayerische Einzelmeisterschaft sowie parallel die Bayerische Frauen-Einzelmeisterschaft ausgetragen. Neun Runden innerhalb einer Woche verlangten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einiges an Konzentration und Ausdauer ab. In der Allgemeinen Klasse gingen 30 Spieler an den Start.
Mit Moritz Ramming, Florian Gold und Valentina Neumeier war der Schachklub Kelheim gleich dreifach vertreten.
Moritz und Florian traten in der Allgemeinen Klasse an. Florian erspielte sich 5 Punkte aus 9 Partien und konnte die Meisterschaft damit mit einer positiven Bilanz abschliessen. Moritz kam auf 3 Punkte aus 9 Partien. Gerade für ihn als jungen Spieler bot das Turnier die Gelegenheit, sich über neun Runden mit der bayerischen Erwachsenenspitze zu messen und weitere wertvolle Erfahrungen zu sammeln.
Im Frauenturnier vertrat Leni die Kelheimer Farben. Als Nummer zwei der Setzliste gehörte sie bereits vor Turnierbeginn zum erweiterten Favoritenkreis. Nach neun Runden standen auch bei ihr 5 Punkte aus 9 Partien zu Buche.
Den bayerischen Meistertitel sicherten sich am Ende Zarko Vuckovic in der Allgemeinen Klasse und Lina Kastl bei den Frauen.
Johannes stellt sich beim Bamberg Open der starken Konkurrenz
Nur wenige Tage später ging es bereits weiter. Vom 2. bis 6. September fand das 8. Bamberg Open statt. Allein im A-Open gingen 147 Spieler an den Start. Das Niveau war entsprechend hoch: Das Teilnehmerfeld hatte einen Elo-Schnitt von rund 2050 Punkten und reichte bis zu Grossmeistern und internationalen Titelträgern. Mittendrin: Johannes Dombert vom Schachklub Kelheim.
Der Jahrgang 2014 stellte sich bewusst der Herausforderung im A-Turnier. Johannes gehörte damit zu den mit Abstand jüngsten Teilnehmern des Feldes und war zugleich der einzige Kelheimer, der in Bamberg an den Start ging.
Was folgte, waren sieben Runden gegen durchwegs starke Konkurrenz. Der DWZ-Schnitt seiner sieben Gegner lag bei rund 2024. Besonders bemerkenswert waren seine vier Remis gegen Gegner mit durchschnittlich 1976 DWZ. Gleich dreimal gelang ihm dabei eine Punkteteilung gegen Spieler unmittelbar an oder sogar über der 2000-DWZ-Marke – mit 2104, 2012 und 1972 DWZ.
Das Ergebnis allein erzählt deshalb nur einen Teil der Geschichte. Für einen Spieler seines Alters war bereits die Entscheidung, im A-Open anzutreten, eine sportliche Herausforderung. Gegen derart starke und erfahrene Gegner mitzuhalten und mehrfach zu punkten, ist eine Leistung, auf der sich aufbauen lässt.
Vor allem aber brachte Bamberg eines: sieben weitere Partien Erfahrung auf hohem Niveau. Und die dürfte für die kommenden Aufgaben mindestens genauso wertvoll sein wie die Punkte auf dem Ergebniszettel.
Und das Sommerloch?
Damit setzt sich fort, was bereits im ersten Teil unserer kleinen „Sommerloch“-Bilanz deutlich wurde: Wenn die Mannschaftskämpfe Pause machen, bedeutet das beim Schachklub Kelheim noch lange nicht, dass die Bretter eingepackt werden.
Von der Bayerischen Jugend-Blitzmeisterschaft über DFEM und DSAM bis zur Bayerischen Einzelmeisterschaft und nun zum Bamberg Open waren Kelheimer Spielerinnen und Spieler über Wochen hinweg auf bayerischer und nationaler Ebene unterwegs.
Nicht jedes Turnier endet mit einem Pokal – und nicht jede erhoffte Platzierung lässt sich erreichen. Gerade bei Bayerischen oder überregional stark besetzten Meisterschaften darf aber nicht vergessen werden, auf welchem Niveau dort gespielt wird. Sich dieser Konkurrenz zu stellen, Erfahrungen zu sammeln und auch nach Rückschlägen wieder ans Brett zu gehen, gehört genauso zur sportlichen Entwicklung.
Moritz, Florian, Leni und Johannes können deshalb auf ihre Leistungen stolz sein. Und eines steht spätestens jetzt fest: Von einem Sommerloch war beim Schachklub Kelheim 2026 wirklich nicht viel zu merken.






