Jugend Spielbetrieb          Termine Aktuelles Vereins- geschichte       Schach- geschichte Links     Startseite Kandidatenturnier Zürich 1953 Zu dieser Mammutveranstaltung (doppelrundig bei 15 Teilnehmern -> 210 Partien!) gibt es zwei herausragende Turnierbücher:    “Schach-Elite im Kampf” von Max Euwe (ehemaliger Weltmeister und Autor zahlreicher Schachbücher) und    “Sternstunden des Schachs” von David Bronstein, dem laut einer Umfrage im British Chess Magazine von 1988     zweitbesten Schachbuch (was die Erklärung von Großmeisterpartien betrifft) aller Zeiten (hinter     Bobby Fischers Buch “Meine 60 denkwürdigen Partien”).  Zu ermitteln war der Herausforderer für Weltmeister Michail Botwinnik, der 1948 in einem Turnier in Den Haag und Moskau den Titel erobert und 1951 gegen Bronstein knapp verteidigt hatte. Das Turnier nahm einen sehr spannenden Verlauf und brachte Partien hervor, die in der Schach- geschichte einmalig waren (siehe Beispiele weiter unten). Dabei setzten sich die russischen Favoriten von Beginn an an die Spitze des Feldes. Einzig der Amerikaner Samuel Reshevsky konnte in den Kampf um den ersten Platz mit eingreifen. So ergab sich nach 15 Runden folgender Zwischenstand: 1. Smyslow 9,5 P. 2. / 3. Reshewski / Bronstein 8,5 P. 4. Najdorf 8 P. 5. - 7. Petrosjan / Euwe / Boleslawski 7,5 P. 8. Keres 7 P. Überraschend war der bis zu diesem Zeitpunkt relative Misserfolg von Paul Keres aus Estland, der aber im weiteren Verlauf des Turniers immer näher zu Smyslow aufschloss. So kam es dann in Runde 24 zum entscheidenden Aufeinandertreffen. Keres wollte unbedingt gewinnen und opferte scheinbar sinnlos einen Turm. Im letzten Moment sah Smyslow aber die listig gestellte Falle und nahm das Danaergeschenk nicht an, weil sein König sonst wohl einem Mattangriff zum Opfer gefallen wäre. Er setzte lieber auf einen Gegenangriff, was die Stellung ausglich. Keres war aber so im Angriffsfieber, dass er das sichere remis verschmähte und weiter den König Smyslows attackierte. Wenig später musste er aber aufgeben. Hier die berühmte Partie zum Nachspielen: Keres - Smyslow  0:1 Nur eine Runde danach kam es zur Begegnung Smyslow-Reshewsky, den beiden zu diesem Zeitpunkt Führenden im Turnier. Auch Reshewsky, der einen halben Punkt zurücklag und eine Partie mehr gespielt hatte, musste unbedingt gewinnen. Doch auch er hielt dem Druck nicht stand und verlor. Den nunmehr sicheren Vorsprung gab Smyslow bis zum Ende nicht mehr aus den Händen und gewann überlegen mit zwei Punkten Abstand auf Keres, Reshewsky und Bronstein. Die schönste Partie des Kandidatenturniers, die damals in den Medien um die ganze Welt ging, spielten aber Awerbach und Kotow in Runde 14. Wer findet den entscheidenden schwarzen Zug im Diagramm? Hier die gesamte Partie zum Nachspielen: Awerbach - Kotov  0:1 Und hier sind tolle Bilder vom Turnier Zürich 1953. Botwinnik     Startseite